Mittwoch, 19. November 2008

Kommasetzung vor „wie”

Was Sie schon immer wissen wollten

Kommasetzung vor „wie”

(1) Verwendet man „wie” als nebenordnende Konjunktion im Sinne von „und”, wird auch das Komma gesetzt wie bei „und”: Kartoffeln wie Tomaten wie Tabak gehören zu den Nachtschattengewächsen.
(2) Wird „wie” als vergleichende Konjunktion verwendet, an die sich nur Satzteile anschließen, wird kein Komma gesetzt: Der ist blöd wie Stroh. Wir haben immerhin genauso viele Tore geschossen wie kassiert.
(3) Wird an die vergleichende Konjunktion ein erweiterter Infinitiv mit „zu” angeschlossen, ist das Komma in der Regel freigestellt: Das Strahlen seines Töchterchens war ihm mindestens genauso viel wert[,] wie von der Presse hochgejubelt zu werden.
(4) Wird mit „wie” aber ein ganzer Nebensatz eingeleitet (ein Vergleichssatz oder ein anderer Nebensatz), setzt man ein Komma: Nimm mich, wie ich bin. Du weißt ja auch nicht, wie er das gemacht hat.
Das gilt auch, wenn ein Vergleichssatz nur durch sein Prädikat als Nebensatz zu erkennen ist: Wir haben so viel Mut, wie erwartet werden darf.
Bei formelhaft verkürzten Nebensätzen dagegen muss kein Komma gesetzt werden: Die Sponsoren haben[,] wie zu erwarten[,] auch dieses Mal keinen Rückzieher gemacht. Wie telefonisch besprochen[,] möchte ich Ihnen mein Angebot unterbreiten.
(5) Nachgestellte Erläuterungen mit „wie (z. B.)”, die für das Verständnis des Satzes nicht unbedingt nötig sind, kann man in Kommas einschließen: Buntbarsche[,] wie (z. B.) die Tilapia- oder Tropheus-Arten[,] gehören zu den Maulbrütern. Für Pianisten[,] wie Ludger oder Viola[,] ist das ein Klacks. (= Für Pianisten ist das doch ein Klacks.)
Sind die nachgestellten Erläuterungen jedoch nötig, um den Satz zu verstehen, dürfen keine Kommas stehen: Metalle wie Gold und Silber sind Edelmetalle. Für eine Pianistin wie Viola ist das doch ein Klacks. (= Für Viola ist das doch ein Klacks.)

Hätten Sie’s gewusst?

Keltische Spuren

Im 8./7. Jahrhundert v. Chr. waren die Kelten im Gebiet von Champagne und Saar, am Mittelrhein und von Bayern bis Böhmen ansässig und besiedelten von da aus im Verlauf mehrerer Jahrhunderte Britannien, auch die Iberische Halbinsel. An Mittel- und Oberrhein und in Süddeutschland lebten sie in regem Kontakt mit ihren Nachbarn, den Germanen. Was die staatliche Ordnung anging, waren die Kelten den Germanen um einiges voraus. Daher übernahmen die Germanen von ihnen Wörter aus dem Bereich der staatlichen Verwaltung wie Amt (von „*amb[i]aktos” – Diener, Bote”), Eid (genaue Ableitung unklar), Reich (von „*rigs” – König, Herrscher) oder Geisel (wahrscheinlich über das Keltische bis zum indogermanischen „*gheidhtlo” – Pfand, „*gheidh-” - „gierig sein” zurückzuführen, davon auch „Geiz”). Wahrscheinlich ist auch das Wort Eisen keltischen Ursprungs. Viel später, im 6./7. Jahrhundert n. Chr., wurde von den irischen Missionaren noch das Wort Glocke (altirisch: „cloc[c]”, lautmalend) ins Deutsche eingeführt. Vor allem aber in Fluss- und Städtenamen finden sich reichlich keltische Spuren: Remagen, Bonn, Mainz, Worms, Bregenz, Rhein, Donau, Main und Isar sind keltischen Ursprungs.

Für Sie nachgeschlagen

-magen

Grundwort von Siedlungsnamen keltisch-römischer Herkunft, das auf keltisch magos – „Feld, Ebene” zurückgeht. Hierher gehören besonders rheinische Ortsnamen wie „Dormagen, Remagen” und die alten Städtenamen Borbetomagus (Worms) und Noviomagus (Speyer).

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo :) ich bräuchte bei folgendem Saz Hilfe: "Man sieht an seiner Körperhaltung, wie durchtrainiert er ist."
Komma ja oder nein? Falls ja, wieso?