Zwei deutsche Piloten an Bord
Bei einem Wartungsflug in Südfrankreich ist ein deutscher Airbus mit sieben Insassen ins Mittelmeer gestürzt. Nach Angaben der Behörden bargen die Rettungskräfte zwei Leichen.
Die Maschine vom Typ A320 gehörte der neuseeländischen Fluggesellschaft Air New Zealand und flog für die deutsche Fluggesellschaft XL Airways Germany. „Es gibt keinen Kontakt zu den sieben Crew-Mitgliedern – weder positiv noch negativ“, sagte Ansgar Schubert, Sprecher der Fluggesellschaft mit Sitz in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt am Donnerstagabend. Die Maschine war am Nachmittag vom Radar verschwunden. Die Besatzung eines Schiffes entdeckte kurz darauf Flugzeugteile im Wasser.
Laut Schubert hatte XL Airways die Maschine im Jahr 2006 von Air New Zealand geleast. Der Leasingvertrag wäre Ende diese Monats ausgelaufen, der Jet sollte dann planmäßig in Frankfurt wieder an Air New Zealand übergeben werden. „Das war heute der abschließende Testflug“, sagte Schubert. Er kündigte an, auch XL Airways werde Experten an den Unglücksort schicken.
Die im Januar 2006 gegründete Fluggesellschaft hatte in diesem Sommer sieben Jets in ihrer Flotte. Sie führt beispielsweise Charterflüge im Auftrag von Sportclubs und Firmen durch.
Gerüchte über Zwischenfall
Bereits im Oktober hatte es einen Zwischenfall mit einer XL-Airways-Maschine gegeben. Eine Boeing 737 musste auf dem Flug von Frankfurt am Main ins türkische Antalya in Belgrad notlanden. Serbische Zeitungen berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, Sicherheitskräfte und den Flughafen, die Maschine sei nur knapp einer Katastrophe entgangen. Aus dem linken Triebwerk seien vier Meter hohe Flammen aufgestiegen. XL Airways hatte dies jedoch dementiert.
Airbus machte zunächst keine Angaben zu dem Unglück. Die A320 ist das erfolgreichste Modell des europäischen Flugzeugbauers. Die zweimotorige Maschine mit rund 150 Plätzen gilt als zuverlässiges Arbeitstier. Auch Billigflieger schätzen das Mittelstreckenflugzeug mit einer Reichweite von bis zu 5700 Kilometern.
Quelle:Focus
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Freitag, 28. November 2008
Mittwoch, 19. November 2008
Somalia: Piraten fordern Lösegeld für Supertanker
Somalia: Piraten fordern Lösegeld für Supertanker
© ZEIT online, Tagesspiegel | 19.11.2008 08:55
Der Piratenangriff vor Somalia sprengt alle Dimensionen der bisherigen modernen Seeräuberei: Die Entführer des Supertankers "Sirius Star" verlangen nun Lösegeld.
Für den vor Somalia verschleppten Supertanker "Sirius Star" wollen die Piraten Geld sehen. Das zumindest erklärte am Mittwoch ein nach eigenen Angaben zu den Seeräubern zählender Mann dem arabischen Fernsehsender El Dschasira. Komme es zu einer Geldübergabe für die "Sirius Star", werde das Geld "maschinell nachgezählt", sagte er. "Wir haben die notwendige Ausrüstung, um Falschgeld zu erkennen." Zur Höhe der Forderung machte er jedoch keine Angaben. Die Forderung dürfte beträchtlich sein. Schiff und Ladung haben einen Wert von rund 200 Millionen Euro.
Die Piraten hatten den saudi-arabischen Tanker schon am Samstag im Indischen Ozean in ihre Gewalt gebracht. Am Dienstag gingen sie in der Nähe der Stadt Hobyo vor der Küste Somalias vor Anker. Ein militärischer Befreiungsschlag gilt mit Blick auf die Sicherheit der 25 Mann Besatzung an Bord des Schiffes als riskant.
Größtes jemals gekapertes Schiff
Die Entführung sprengt alle Dimensionen der bisherigen modernen Seeräuberei: Die "Sirius Star" - mit 330 Meter Länge so groß wie drei Fußballfelder - ist mit zwei Millionen Barrel Rohöl (318 Millionen Liter) beladen. Nach Angaben der Reederei Vela International haben Schiff und Ladung einen geschätzten Wert von 200 Millionen Euro. Nach Angaben der US-Navy ist es das größte jemals gekaperte Schiff.
Zudem schlugen die Piraten angesichts der zahlreichen Kriegsschiffe, die vor der somalischen Küste für mehr Sicherheit für die Schifffahrt sorgen sollen, neue operative Wege ein: Sie kaperten die "Sirius Star" in den bislang als sicher geltenden Gewässern vor der kenianisch-tansanischen Küste - fernab der extrem gefährlichen somalischen Küstengewässer. Von so viel Dreistigkeit zeigte sich auch Admiral Mike Mullen vom Generalstab der US-Marine beeindruckt: "Sie sind sehr professionell", sagte er, und klang dabei fast widerwillig bewundernd.
Somalia hat keine eigene Küstenwache
Allein ein Drittel der Piratenüberfälle weltweit geht nach Angaben des Internationalen Seefahrtbüros auf das Konto der Seeräuber am Horn von Afrika. So brachten Piraten nur drei Tage nach der Tanker-Kaperung im Golf von Aden erneut ein Handelsschiff in ihre Gewalt - ein Frachter aus Hongkong mit 25 Besatzungsmitgliedern. Der Krisenstaat Somalia, von Clanstreitigkeiten und Bürgerkrieg innerlich zerrissen und seit 1991 ohne eine funktionierende Regierung, hat keine eigene Küstenwache. Die Schiffe der US-Marine und Frankreichs, Nato-Schiffe und demnächst auch mehrere Kriegsschiffe der EU konnten die Zahl der Überfälle in den vergangenen Wochen zwar senken, aber nicht vollständig stoppen.
Die puntländische Regierung hat inzwischen die Todesstrafe für Piraterie eingeführt, aber noch kein Todesurteil vollstreckt. Selbst Regierungsmitglieder geben zu, dass Korruption ein Problem ist und die Seeräuber ihre Informanten und Helfer auch unter den Beamten des bitterarmen Landes finden. Gerne stellen sich die Piraten, die mit automatischen Waffen und Satellitentelefon im Einsatz sind, als moderne Robin Hoods vor, die eigentlich nur die Interessen somalischer Fischer vor ausländischer Konkurrenz verteidigen. Doch auch wenn es vor Jahren noch um die somalischen Fischgründe ging, inzwischen ist das lukrative Geschäft mit gekaperten Schiffen und entführten Seeleuten der wichtigste Wirtschaftszweig der Region.
Fregatte "Karlsruhe" schlägt Seeräuber in die Flucht
Unterdessen hat die deutsche Fregatte "Karlsruhe" vor der somalischen Küste erfolgreich in zwei Fällen Piratenangriffe auf internationale Schiffe abgewehrt. Wie das Flottenkommando am Dienstag in Glücksburg mitteilte, ereigneten sich die Attacken etwa 650 Kilometer nordöstlich von Dschibuti im Golf von Aden. Die Fregatte befand sich auf der Fahrt aus dem Persischen Golf in Richtung Ägypten. Sie leistete den Frachtern Nothilfe. Als sich ihr von Bord gestarteter Hubschrauber den bedrängten Schiffen näherte, ergriffen die Seeräuber die Flucht. (jam/AFP/dpa/ddp)
© ZEIT online, Tagesspiegel | 19.11.2008 08:55
Der Piratenangriff vor Somalia sprengt alle Dimensionen der bisherigen modernen Seeräuberei: Die Entführer des Supertankers "Sirius Star" verlangen nun Lösegeld.
Für den vor Somalia verschleppten Supertanker "Sirius Star" wollen die Piraten Geld sehen. Das zumindest erklärte am Mittwoch ein nach eigenen Angaben zu den Seeräubern zählender Mann dem arabischen Fernsehsender El Dschasira. Komme es zu einer Geldübergabe für die "Sirius Star", werde das Geld "maschinell nachgezählt", sagte er. "Wir haben die notwendige Ausrüstung, um Falschgeld zu erkennen." Zur Höhe der Forderung machte er jedoch keine Angaben. Die Forderung dürfte beträchtlich sein. Schiff und Ladung haben einen Wert von rund 200 Millionen Euro.
Die Piraten hatten den saudi-arabischen Tanker schon am Samstag im Indischen Ozean in ihre Gewalt gebracht. Am Dienstag gingen sie in der Nähe der Stadt Hobyo vor der Küste Somalias vor Anker. Ein militärischer Befreiungsschlag gilt mit Blick auf die Sicherheit der 25 Mann Besatzung an Bord des Schiffes als riskant.
Größtes jemals gekapertes Schiff
Die Entführung sprengt alle Dimensionen der bisherigen modernen Seeräuberei: Die "Sirius Star" - mit 330 Meter Länge so groß wie drei Fußballfelder - ist mit zwei Millionen Barrel Rohöl (318 Millionen Liter) beladen. Nach Angaben der Reederei Vela International haben Schiff und Ladung einen geschätzten Wert von 200 Millionen Euro. Nach Angaben der US-Navy ist es das größte jemals gekaperte Schiff.
Zudem schlugen die Piraten angesichts der zahlreichen Kriegsschiffe, die vor der somalischen Küste für mehr Sicherheit für die Schifffahrt sorgen sollen, neue operative Wege ein: Sie kaperten die "Sirius Star" in den bislang als sicher geltenden Gewässern vor der kenianisch-tansanischen Küste - fernab der extrem gefährlichen somalischen Küstengewässer. Von so viel Dreistigkeit zeigte sich auch Admiral Mike Mullen vom Generalstab der US-Marine beeindruckt: "Sie sind sehr professionell", sagte er, und klang dabei fast widerwillig bewundernd.
Somalia hat keine eigene Küstenwache
Allein ein Drittel der Piratenüberfälle weltweit geht nach Angaben des Internationalen Seefahrtbüros auf das Konto der Seeräuber am Horn von Afrika. So brachten Piraten nur drei Tage nach der Tanker-Kaperung im Golf von Aden erneut ein Handelsschiff in ihre Gewalt - ein Frachter aus Hongkong mit 25 Besatzungsmitgliedern. Der Krisenstaat Somalia, von Clanstreitigkeiten und Bürgerkrieg innerlich zerrissen und seit 1991 ohne eine funktionierende Regierung, hat keine eigene Küstenwache. Die Schiffe der US-Marine und Frankreichs, Nato-Schiffe und demnächst auch mehrere Kriegsschiffe der EU konnten die Zahl der Überfälle in den vergangenen Wochen zwar senken, aber nicht vollständig stoppen.
Die puntländische Regierung hat inzwischen die Todesstrafe für Piraterie eingeführt, aber noch kein Todesurteil vollstreckt. Selbst Regierungsmitglieder geben zu, dass Korruption ein Problem ist und die Seeräuber ihre Informanten und Helfer auch unter den Beamten des bitterarmen Landes finden. Gerne stellen sich die Piraten, die mit automatischen Waffen und Satellitentelefon im Einsatz sind, als moderne Robin Hoods vor, die eigentlich nur die Interessen somalischer Fischer vor ausländischer Konkurrenz verteidigen. Doch auch wenn es vor Jahren noch um die somalischen Fischgründe ging, inzwischen ist das lukrative Geschäft mit gekaperten Schiffen und entführten Seeleuten der wichtigste Wirtschaftszweig der Region.
Fregatte "Karlsruhe" schlägt Seeräuber in die Flucht
Unterdessen hat die deutsche Fregatte "Karlsruhe" vor der somalischen Küste erfolgreich in zwei Fällen Piratenangriffe auf internationale Schiffe abgewehrt. Wie das Flottenkommando am Dienstag in Glücksburg mitteilte, ereigneten sich die Attacken etwa 650 Kilometer nordöstlich von Dschibuti im Golf von Aden. Die Fregatte befand sich auf der Fahrt aus dem Persischen Golf in Richtung Ägypten. Sie leistete den Frachtern Nothilfe. Als sich ihr von Bord gestarteter Hubschrauber den bedrängten Schiffen näherte, ergriffen die Seeräuber die Flucht. (jam/AFP/dpa/ddp)
Samstag, 15. November 2008
Politiker löst mit Wikipedia-Sperrung Empörung aus
Linke-Abgeordneter sieht "falsche Tatsachenbehauptungen"
Politiker löst mit Wikipedia-Sperrung Empörung aus - 15.11.08
Wer derzeit die deutschsprachige Ausgabe des Internet-Lexikons Wikipedia besuchen will, wird unter der Domain "www.wikipedia.de" nicht fündig. Stattdessen erkärt ein Hinweis den Nutzern, dass der Politiker Lutz Heilmann, der für die Partei Die Linke im Bundestag sitzt, beim Landgericht Lübeck am 13. November 2008 eine einstweilige Verfügung gegen den Domain-Inhaber Wikimedia Deutschland e.V. erwirkt habe.
Wikimedia Deutschland darf nicht auf die eigentlichen Inhalte des Online-Lexikons weiterleiten, so lange dort bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann verbreitet werden. Wikimedia Deutschland kündigte Widerspruch gegen den Beschluss des Landgerichts an.
Politiker: "Falsche Tatsachenbehauptungen"
Der in Lübeck wohnende Heilmann erklärte gegenüber dem Onlinedienst Heise.de, dass in dem Wikipedia-Artikel zu seiner Person "falsche Tatsachenbehauptungen, die geeignet sind, meinen Ruf zu schädigen" gemacht würden. Er habe auch gegen drei Autoren des Artikels Strafanträge gestellt. "Wenn die falschen Behauptungen verschwinden, werde ich die Einstweilige Verfügung sofort außer Kraft setzen", sagte Heilmann, selbst Jurist, gegenüber Heise.
Vorgehen sorgt für Echo im Web
Der betreffende Artikel über Heilmann ist allerdings unverändert abrufbar: Alle Artikel der deutschsprachigen Wikipedia liegen ohnehin auf Server der Wikimedia Foundation in den USA und sind unter der Adresse de.wikipedia.org weiter erreichbar.
Zugleich hat Heilmann mit seinem juristischen Vorgehen vermutlich genau das Gegenteil von dem erreicht, worum es ihm ging: Wikipedia-Nutzer ärgerten sich über die in seinem Namen erwirkte Sperrung. Die allermeisten Surfer dürften erst dadurch auf die auf Heilmann und die von ihm "als falsche Tatsachenbehauptungen" bezeichneten Äußerungen aufmerksam geworden sein. Online-Medien und Weblogs berichteten über die Sperrung. In Foren und Weblogs disktuierten Internet-Nutzer über Heilmanns Vorgehen und die Vorwürfe, die mögliche Stasi-Verwicklungen und das Privatleben Heilmanns betreffen sollen. Gegen dieses Web-Echo wird Heilmann kaum vorgehen können - es bleibt auf absehbare Zeit bei der Suche nach seinem Namen im Internet erhalten. Heilmanns eigene Internet-Seite ist offenbar unter erhöhtem Nutzer-Interesse zusammengebrochen.
(Quelle: Tagesschau)
Politiker löst mit Wikipedia-Sperrung Empörung aus - 15.11.08
Wer derzeit die deutschsprachige Ausgabe des Internet-Lexikons Wikipedia besuchen will, wird unter der Domain "www.wikipedia.de" nicht fündig. Stattdessen erkärt ein Hinweis den Nutzern, dass der Politiker Lutz Heilmann, der für die Partei Die Linke im Bundestag sitzt, beim Landgericht Lübeck am 13. November 2008 eine einstweilige Verfügung gegen den Domain-Inhaber Wikimedia Deutschland e.V. erwirkt habe.
Wikimedia Deutschland darf nicht auf die eigentlichen Inhalte des Online-Lexikons weiterleiten, so lange dort bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann verbreitet werden. Wikimedia Deutschland kündigte Widerspruch gegen den Beschluss des Landgerichts an.
Politiker: "Falsche Tatsachenbehauptungen"
Der in Lübeck wohnende Heilmann erklärte gegenüber dem Onlinedienst Heise.de, dass in dem Wikipedia-Artikel zu seiner Person "falsche Tatsachenbehauptungen, die geeignet sind, meinen Ruf zu schädigen" gemacht würden. Er habe auch gegen drei Autoren des Artikels Strafanträge gestellt. "Wenn die falschen Behauptungen verschwinden, werde ich die Einstweilige Verfügung sofort außer Kraft setzen", sagte Heilmann, selbst Jurist, gegenüber Heise.
Vorgehen sorgt für Echo im Web
Der betreffende Artikel über Heilmann ist allerdings unverändert abrufbar: Alle Artikel der deutschsprachigen Wikipedia liegen ohnehin auf Server der Wikimedia Foundation in den USA und sind unter der Adresse de.wikipedia.org weiter erreichbar.
Zugleich hat Heilmann mit seinem juristischen Vorgehen vermutlich genau das Gegenteil von dem erreicht, worum es ihm ging: Wikipedia-Nutzer ärgerten sich über die in seinem Namen erwirkte Sperrung. Die allermeisten Surfer dürften erst dadurch auf die auf Heilmann und die von ihm "als falsche Tatsachenbehauptungen" bezeichneten Äußerungen aufmerksam geworden sein. Online-Medien und Weblogs berichteten über die Sperrung. In Foren und Weblogs disktuierten Internet-Nutzer über Heilmanns Vorgehen und die Vorwürfe, die mögliche Stasi-Verwicklungen und das Privatleben Heilmanns betreffen sollen. Gegen dieses Web-Echo wird Heilmann kaum vorgehen können - es bleibt auf absehbare Zeit bei der Suche nach seinem Namen im Internet erhalten. Heilmanns eigene Internet-Seite ist offenbar unter erhöhtem Nutzer-Interesse zusammengebrochen.
(Quelle: Tagesschau)
Samstag, 8. November 2008
Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien 18/7/08
Gut für das Klima und den Geldbeutel?
Strom nur aus Sonne und Wind, Wärme nur aus Biogas und Geothermie? Auch wenn man in Deutschland davon noch einige Jahrzehnte entfernt ist, so sind die Zuwachsraten der erneuerbaren Energien beachtlich. Doch welche Hindernisse gibt es noch für eine saubere Energieversorgung und was kostet sie den Verbraucher?
Von Henner Weithöner für tagesschau.de
Es war ein Gesetz, welches den erneuerbaren Energien zu einem ungeahnten Boom verhalf: Seit dem 1. April 2000 regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Abnahme und die Vergütung von ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewonnenen Strom. Abnahmepflichtig sind Versorgungsunternehmen, die Netze für die allgemeine Stromversorgung betreiben. Ziel des Gesetzes ist es, den Anteil an erneuerbaren Energien bis 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. Zu den erneuerbaren Energien zählt das EEG: Wasserkraft, Windenergie, solare Strahlungsenergie, Geothermie sowie Energie aus Biomasse.
Sauberer Strom ist gut fürs Klima...
Die durch das EEG garantierte Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom bescherte den Erneuerbaren Zuwachsraten in zweistelliger Höhe: Nach Berechnungen der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat) haben die regenerativen Energien im Jahr 2007 bereits einen Anteil von 14,2 Prozent am Stromverbrauch in Deutschland erreicht. Im Vorjahr waren es noch 11,7 Prozent.
Jede Kilowattstunde sauberen Stroms vermeidet auch die CO2-Emissionen aus Gas- und Kohlekraftwerken: Nach Angaben des Bundesumweltministeriums (BMU) haben die erneuerbaren Energien 2007 insgesamt rund 114 Millionen Tonnen CO2 eingespart.
... aber meist noch nicht konkurrenzfähig
Allerdings hat sauberer Strom seinen Preis - und der liegt derzeit noch deutlich über dem von konventionell erzeugtem Strom. Windenergie liegt mit sechs Cent pro Kilowattstunde zwar nur noch ganz knapp über den durchschnittlichen Produktionskosten in Deutschland von etwa vier Cent, Strom aus Sonnenenergie mit mehr als 40 Cent deutlich darüber.
Erneuerbare Energien schon einmal wettbewerbsfähig: An der Leipziger Strombörse bekamen die Anbieter von Strom aus Gas, Kohle und Kernenergie bereits einen Vorgeschmack auf zukünftige Preiskämpfe: Wind- und Solarstrom hatte sie an einigen Tagen unterboten. Was war passiert? Eine außergewöhnlich hohe Nachfrage hatte den Preis für Strom aus konventionellen Kraftwerken so stark nach oben getrieben, dass er über dem der Erneuerbaren lag. "Und schon waren wir wettbewerbsfähig", lautete der stolze Kommentar eines Windstromanbieters.
Dem rasanten Erfolg auf dem Stromsektor steht ein bislang eher verhaltenes Wachstum sauberer Energiequellen auf dem Wärmemarkt gegenüber. Ihre Wärme zum Duschen, Heizen und Kochen beziehen fast 80 Prozent der Deutschen noch immer aus Erdgas und Erdöl.
Um den Anteil umweltfreundlicher Wärmegewinnung aus Bioenergie, Erdwärme und Solarthermie in Deutschland zu steigern - von heute sechs Prozent auf 14 Prozent bis zum Jahr 2020 -, haben die Regierungsparteien bereits diverse Gesetze auf den Weg gebracht. So werden Eigentümer neuer Gebäude ab 2009 dazu verpflichtet, den Energiebedarf ihres Gebäudes anteilig mit erneuerbaren Energien zu decken. Eigentümer von bestehenden Gebäuden werden vom Staat finanziell gefördert, wenn sie ihr Heizsystem auf erneuerbare Energien umstellen.
Ökostrom-Zulage belastet vornehmlich Familien...
Noch viele Entwicklungsmöglichkeiten im Wärmemarkt
Doch was kostet all dies den Verbraucher? Das EEG verteuert nach Angaben des Statistischen Bundesamtes derzeit den Strom für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt um etwa drei Euro pro Monat, Tendenz steigend. Die Netzbetreiber legen die Kosten der Einspeisevergütung auf ihre Stromkunden um und je mehr sauberer Strom im Netz ist, desto mehr wird der Endkunde zur Kasse gebeten. Beim BMU rechnet man damit, dass die jährliche Absenkung der Einspeisevergütung auch die EEG-Zulage ab 2013 nach unten drückt. Kritiker bezweifeln dies und sehen das Ende der steigenden Ökostrom-Zulage erst in 2020. Fest steht, dass die Zulage größere Familien aufgrund ihres höheren Stromverbrauchs mehr belastet als Single-Haushalte.
... und sozial Schwache
Eine ähnliche Gerechtigkeitslücke gibt es auch auf dem Wärmemarkt: Die Investitionen in saubere Heizungen, dichte Fenster und energiesparende Dämmungen rechnen sich erst über Jahre. Auch wenn staatliche Fördergelder, zinsgünstige Darlehn und explodierende Öl- und Gaspreise diese Amortisationszeit verkürzen, gilt: Steigende Energiepreise treffen vor allem die sozial Schwachen. Gleichzeitig fällt es ihnen besonders schwer, durch Investitionen den ständig steigenden Energiepreisen zu entkommen.
Komplett saubere Energieversorgung schon heute machbar
Und was passiert, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind auch an Nord- und Ostseeküste nicht weht? Skeptiker befürchteten in diesen Fällen Schwankungen im Netz, die sogar zu einem kompletten Stromausfall führen könnten.
Doch dass eine Energieversorgung komplett aus Erneuerbaren möglich ist, wurde Kanzlerin Merkel bereits auf dem Energiegipfel 2006 vorgestellt: Gezeigt wurde ihr eine simulierte Stromversorgung, bei der ein Kombikraftwerk 25 über ganz Deutschland verstreute Wind-, Solar-, Biomasse- und Wasserkraftanlagen verknüpft und steuert. Das Ergebnis: Der Strombedarf der Bundesrepublik konnte minutengenau gedeckt werden, weil Biomasse und Wasserkraft die unsteten Energielieferanten Wind und Sonne auffingen. Der Kommentar der Kanzlerin an die Adresse der Öko-Lobbyisten: "Ich wusste gar nicht, dass sie bereits so viel drauf haben."
Gut für das Klima und den Geldbeutel?
Strom nur aus Sonne und Wind, Wärme nur aus Biogas und Geothermie? Auch wenn man in Deutschland davon noch einige Jahrzehnte entfernt ist, so sind die Zuwachsraten der erneuerbaren Energien beachtlich. Doch welche Hindernisse gibt es noch für eine saubere Energieversorgung und was kostet sie den Verbraucher?
Von Henner Weithöner für tagesschau.de
Es war ein Gesetz, welches den erneuerbaren Energien zu einem ungeahnten Boom verhalf: Seit dem 1. April 2000 regelt das Erneuerbare-Energien-Geset
Sauberer Strom ist gut fürs Klima...
Die durch das EEG garantierte Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom bescherte den Erneuerbaren Zuwachsraten in zweistelliger Höhe: Nach Berechnungen der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Stati
Jede Kilowattstunde sauberen Stroms vermeidet auch die CO2-Emissionen aus Gas- und Kohlekraftwerken: Nach Angaben des Bundesumweltministeriums (BMU) haben die erneuerbaren Energien 2007 insgesamt rund 114 Millionen Tonnen CO2 eingespart.
... aber meist noch nicht konkurrenzfähig
Allerdings hat sauberer Strom seinen Preis - und der liegt derzeit noch deutlich über dem von konventionell erzeugtem Strom. Windenergie liegt mit sechs Cent pro Kilowattstunde zwar nur noch ganz knapp über den durchschnittlichen Produktionskosten in Deutschland von etwa vier Cent, Strom aus Sonnenenergie mit mehr als 40 Cent deutlich darüber.
Erneuerbare Energien schon einmal wettbewerbsfähig: An der Leipziger Strombörse bekamen die Anbieter von Strom aus Gas, Kohle und Kernenergie bereits einen Vorgeschmack auf zukünftige Preiskämpfe: Wind- und Solarstrom hatte sie an einigen Tagen unterboten. Was war passiert? Eine außergewöhnlich hohe Nachfrage hatte den Preis für Strom aus konventionellen Kraftwerken so stark nach oben getrieben, dass er über dem der Erneuerbaren lag. "Und schon waren wir wettbewerbsfähig", lautete der stolze Kommentar eines Windstromanbieters.
Dem rasanten Erfolg auf dem Stromsektor steht ein bislang eher verhaltenes Wachstum sauberer Energiequellen auf dem Wärmemarkt gegenüber. Ihre Wärme zum Duschen, Heizen und Kochen beziehen fast 80 Prozent der Deutschen noch immer aus Erdgas und Erdöl.
Um den Anteil umweltfreundlicher Wärmegewinnung aus Bioenergie, Erdwärme und Solarthermie in Deutschland zu steigern - von heute sechs Prozent auf 14 Prozent bis zum Jahr 2020 -, haben die Regierungsparteien bereits diverse Gesetze auf den Weg gebracht. So werden Eigentümer neuer Gebäude ab 2009 dazu verpflichtet, den Energiebedarf ihres Gebäudes anteilig mit erneuerbaren Energien zu decken. Eigentümer von bestehenden Gebäuden werden vom Staat finanziell gefördert, wenn sie ihr Heizsystem auf erneuerbare Energien umstellen.
Ökostrom-Zulage belastet vornehmlich Familien...
Noch viele Entwicklungsmöglichkeiten im Wärmemarkt
Doch was kostet all dies den Verbraucher? Das EEG verteuert nach Angaben des Statistischen Bundesamtes derzeit den Strom für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt um etwa drei Euro pro Monat, Tendenz steigend. Die Netzbetreiber legen die Kosten der Einspeisevergütung auf ihre Stromkunden um und je mehr sauberer Strom im Netz ist, desto mehr wird der Endkunde zur Kasse gebeten. Beim BMU rechnet man damit, dass die jährliche Absenkung der Einspeisevergütung auch die EEG-Zulage ab 2013 nach unten drückt. Kritiker bezweifeln dies und sehen das Ende der steigenden Ökostrom-Zulage erst in 2020. Fest steht, dass die Zulage größere Familien aufgrund ihres höheren Stromverbrauchs mehr belastet als Single-Haushalte.
... und sozial Schwache
Eine ähnliche Gerechtigkeitslücke gibt es auch auf dem Wärmemarkt: Die Investitionen in saubere Heizungen, dichte Fenster und energiesparende Dämmungen rechnen sich erst über Jahre. Auch wenn staatliche Fördergelder, zinsgünstige Darlehn und explodierende Öl- und Gaspreise diese Amortisationszeit verkürzen, gilt: Steigende Energiepreise treffen vor allem die sozial Schwachen. Gleichzeitig fällt es ihnen besonders schwer, durch Investitionen den ständig steigenden Energiepreisen zu entkommen.
Komplett saubere Energieversorgung schon heute machbar
Und was passiert, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind auch an Nord- und Ostseeküste nicht weht? Skeptiker befürchteten in diesen Fällen Schwankungen im Netz, die sogar zu einem kompletten Stromausfall führen könnten.
Doch dass eine Energieversorgung komplett aus Erneuerbaren möglich ist, wurde Kanzlerin Merkel bereits auf dem Energiegipfel 2006 vorgestellt: Gezeigt wurde ihr eine simulierte Stromversorgung, bei der ein Kombikraftwerk 25 über ganz Deutschland verstreute Wind-, Solar-, Biomasse- und Wasserkraftanlagen verknüpft und steuert. Das Ergebnis: Der Strombedarf der Bundesrepublik konnte minutengenau gedeckt werden, weil Biomasse und Wasserkraft die unsteten Energielieferanten Wind und Sonne auffingen. Der Kommentar der Kanzlerin an die Adresse der Öko-Lobbyisten: "Ich wusste gar nicht, dass sie bereits so viel drauf haben."
Donnerstag, 6. November 2008
Integrationsgipfel im Kanzleramt
Integrationsgipfel im Kanzleramt
06.11.08
Bundeskanzlerin Angela Merkel lädt zum dritten Integrationsgipfel ins Bundeskanzleramt. Rund 140 Vertreter aus Politik, Migrantenverbänden, Medien, Sport, Gewerkschaften und Arbeitgebern wollen eine Zwischenbilanz zum Zustand der Integration in Deutschland ziehen.
BERLIN - Im Mittelpunkt steht der erste Fortschrittsbericht zur Integration. Das im Sommer 2007 vorgelegte Maßnahmenpaket sieht vor allem die frühe Sprachförderung in Kindergärten sowie mehr Chancengleichheit in Schulen und Bildungswesen vor.Im Vorfeld hatten Migrantenverbände Rückschritte bei der Integration beklagt. Stein des Anstoßes ist vor allem das Ausländerrecht. In einem gemeinsamen Papier beklagten 17 in der Mehrzahl türkische Verbände die Neuregelung zum Ehegattennachzug, der vom nachziehenden Partner den Nachweis einfacher Deutschkenntnisse verlangt. Weiterer Kritikpunkt ist der Einbürgerungstest. Er könne zu einem weiteren Rückgang der Einbürgerungszahlen führen.
Die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer (CDU) sieht dagegen "sehr große Fortschritte". "Das dokumentieren die Bilanzierungen, die insbesondere Bund, Länder und Gemeinden vorlegen werden", erklärte sie. NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) kritisierte im Vorfeld, dass die Bundesregierung bisher keine Positionen und Perspektiven erkennen lasse.(Quelle: Kölner Stadtanzeiger)
Mittwoch, 5. November 2008
Die Welt hat große Erwartungen an Obama
Die Welt hat große Erwartungen an Obama - 05. November 2008
Die Wahl Barack Obamas zum neuen US-Präsidenten ist weltweit überwiegend auf Zustimmung gestoßen. Während in Obamas Heimatstadt Chicago und im Rest des Landes ausgelassen gefeiert wurde, gratulierten Staats- und Regierungschefs dem künftigen 44. Präsidenten der USA.
Bundespräsident Horst Köhler versicherte Obama die Freundschaft und Partnerschaft Deutschlands bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen. "Deutschland und die USA sind durch gemeinsame Werte und Grundüberzeugungen fest miteinander verbunden", schrieb Köhler in einem Telegramm. "Das ist auch das Fundament für die enge Zusammenarbeit in unserer transatlantischen Gemeinschaft." Köhler ermunterte Obama in seinem Schreiben zu einer "kooperativen Weltpolitik". Deutschland stehe bereit, sich gemeinsam mit den USA dieser Aufgabe zu stellen.
Steinmeier ist erleichtert
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, er habe Obama als einen Mann kennengelernt, der Schwierigkeiten überwindet, der zusammenführt und der zuhören kann". Amerika habe den Wechsel gewählt, innen- wie außenpolitisch. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung der USA".
US-Experte: "Faire und offene Zusammenarbeit"
Auch in mehreren Städten in Deutschland, allen voran Berlin, versammelten sich tausende Deutsche und Amerikaner gemeinsam, um in der Nacht die Wahlen zu verfolgen und am frühen Morgen Obamas Sieg zu bejubeln. "Es herrscht eine Begeisterung, die man einfach einmal hinnehmen kann," sagte der USA-Experte Simon Koschut von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin im Interview mit t-online.de. Die "Selbstheilungskräfte der amerikanischen Demokratie" hätten wieder einmal geholfen. Deutschland wolle mit den USA "eine faire und offene Zusammenarbeit und das ist jetzt möglich," so Koschut. Deutschland müsse den USA nun "ein Partner sein, der auf Amerika zugeht und auch Zugeständnisse macht."
Iraker rechnen nicht mit Truppenabzug
Die Regierung im Irak rechnet unterdessen nicht mit einem raschen Truppenabzug der USA unter Obama. Der Wahlsieg Obamas werde "keinen raschen amerikanischen Abzug mit sich bringen", sagte der irakische Außenminister Hoschjar Sebari. Er rechne in dieser Hinsicht nicht mit einem "abrupten politischen Wandel" in den USA. Obama hatte im Wahlkampf angekündigt, die US-Truppen im Irak innerhalb eines Zeitraums von 16 Monaten weitgehend abzuziehen.
Frankreich freut sich auf "gerechtere Welt"
Der französische Außenminister Bernard Kouchner kündigte voller Enthusiasmus eine neue europäisch-amerikanische Partnerschaft angekündigt. "Barack Obama braucht uns, Europa", sagte Kouchner im französischen Rundfunk. "Und Europa steht bereit für eine freundschaftliche Beziehung." Zuvor hatte Kouchner erklärt, die Welt brauche Obamas "Dynamik und Willen, eine stabilere, gerechtere und sicherere Welt zu schaffen".
Barroso hofft auf engere Verbindung
Sarkozy beglückwünschte Obama in einem Schreiben zu seinem "brillanten Sieg". "Ihre Wahl weckt in Frankreich, in Europa und darüber hinaus in der Welt gewaltige Hoffnung", schrieb Sarkozy. Großbritannien Premierminister Gordon Brown lobte Obamas "energiegeladene Politik, seine fortschrittlichen Werte und seine Visionen für die Zukunft". EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso äußerte mit Blick auf die weltweite Finanzkrise die Hoffnung, dass sich die USA unter der Führung Obamas mit Europa verbünden würden.
Obama "kein Protektionist"
Die Befürchtung, dass Obama die US-Wirtschaft abschotten würde, wies Kouchner zurück. "Ich habe nicht das Gefühl, dass er Protektionist ist. Ich glaube, die Beziehungen werden viel vertrauensvoller werden." Angesichts der Krisen müsse Obama "schnell, aber überlegt" handeln. "Obama wird der vernünftige Präsident Amerikas sein. Er wird nicht alles umstürzen, nein."
Gemischte Gefühle in Israel
Israel hofft nach dem Wahlsieg Obamas auf eine Fortsetzung der Sonderbeziehungen zwischen beiden Ländern. Israel erwarte, dass die enge strategische Partnerschaft mit dem künftigen Präsidenten, der neuen US-Regierung und dem Kongress fortgesetzt werde, heißt es in einer Erklärung von Außenministerin Zipi Livni. Livni bezeichnete die Wahl des ersten schwarzen US-Präsidenten als einen "Ehrenorden" für die Demokratie in den Vereinigten Staaten. Angesichts vieler Vorbehalte von Israelis gegen Obama sagte Livni, sie habe den Eindruck gewonnen, dass sich der neue Präsident der Sicherheit und dem Wohlergehen Israels verpflichtet fühle.
"Neue Perspektiven" für Moskau
Die russische Regierung nahm den Sieg Obamas mit Erleichterung auf. "Mit Obama tun sich im russisch-amerikanischen Dialog neue Perspektiven auf", sagte der stellvertretende Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im Föderationsrat, Wassili Lichatschow. Bei Themen wie der geplanten US-Raketenabwehr für Mitteleuropa und der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen bestehe Hoffnung auf einer bessere Zusammenarbeit. Unter dem bisherigen Präsidenten George W. Bush hatte sich das Verhältnis zwischen Moskau und Washington deutlich verschlechtert.
Reaktionen auch aus Asien
Auch aus Asien kamen Reaktionen: Der chinesische Präsident Hu Jintao erklärte, er hoffe in "dieser neuen historischen Phase" auf die unermüdliche Stärkung des Dialogs und des gegenseitigen Vertrauens. Japans Regierungschef Taro Aso kündigte an, sich für eine Stärkung der Allianz zwischen den USA und seinem Land einzusetzen.
Mehrzahl der Wahlmänner für Obama
Obama gewann nach dem neuesten Stand der Hochrechnungen mindestens 338 Wahlmännerstimmen in 27 Staaten. 270 von 538 Wahlmännern benötigte er, um zum Präsidenten gewählt zu werden. McCain gewann nach diesem Zwischenstand bisher lediglich 163 Stimmen. Knapper fiel das landesweite Stimmenverhältnis aus - hier erreichte Obama einen Anteil von 51 Prozent, McCain folgte mit 48 Prozent dicht dahinter.
"Der Wandel ist gekommen"
Obama trat kurz nach Bekanntgabe seines Sieges vor die Menge in Chicago. "Der Wandel ist nach Amerika gekommen", rief er ihnen zu. Die Wahl habe bewiesen, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika gebe, über alle sozialen und ethnischen Grenzen hinweg. Es sei "ein Beweis der Macht der Demokratie", sagte er strahlend und verwies auf die überwältigende Beteiligung aller Gruppen an der Wahl.
McCain gesteht Niederlage ein
Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hat seine Niederlage eingestanden. Vor Anhängern in Phoenix im Bundesstaat Arizona sagte McCain, er habe dem Wahlsieger Barack Obama gratuliert. "Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen", sagte er. "Der Fehler liegt bei mir, nicht bei Euch", rief er seinen enttäuschten Anhängern zu. Er forderte die Amerikaner auf die politischen Gegensätze zu überwinden. McCain sprach von einer historischen Wahl und einer besonderen Stunde für die Schwarzen in Amerika. Auch der scheidende US-Präsident George W. Bush gratulierte Obama zu seinem Sieg.
McCain bietet Zusammenarbeit an
Obama sagte in Chicago, er habe einen Anruf vom republikanischen Kandidaten John McCain bekommen und erklärte, er wolle nun mit seinem einstigen Rivalen zusammenarbeiten. Obama dankte seinen Freunden und Verwandten für ihre Unterstützung. Er betonte die großen Herausforderung, die auf die USA warteten. Amerika befinde sich in zwei Kriegen, es gebe die größte finanzielle Krise seit langer Zeit. Es müssten "neue Jobs geschaffen, Allianzen repariert werden". Dies werde seine Zeit dauern, "wir werden mehr als ein Jahr brauchen". Aber "wir werden es schaffen, das verspreche ich".
Amtsübergabe am 20. Januar
Obama und der designierte Vizepräsident Joe Biden werden am 20. Januar 2009 in Washington den Amtseid ablegen. Dann endet auch die achtjährige Regierungszeit des Republikaners George W. Bush. Obama sicherte sich zunächst die erwarteten Siege im Nordosten, einer traditionell liberalen Region, und im Mittleren Westen. Der Senator von Illinois gewann in seinem Heimatstaat und war auch in dem heftig umkämpften Pennsylvania erfolgreich. Dort hatte McCain einen besonders intensiven Wahlkampf geführt, um die erwarteten Verluste in anderen Staaten auszugleichen.
Obama gewinnt in ausreichend "Swing States"
Entscheidend für den Wahlerfolg waren Siege Obamas in den "Swing States" Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia. Der Kandidat der Demokraten sicherte sich zunächst die erwarteten Siege im Nordosten, einer traditionell liberalen Region, und im Mittleren Westen der USA. Der Senator von Illinois gewann in seinem Heimatstaat und war auch im heftig umkämpften Pennsylvania erfolgreich. Dort hatte McCain einen besonders intensiven Wahlkampf geführt, um die erwarteten Verluste in anderen Staaten auszugleichen. Auch in der Republikaner-Hochburg Virginia setzte er sich durch. Seit 1964 hatte hier kein demokratischer Präsidentschaftskandidat gewonnen.
McCain bleibt der Süden
Obama siegte auch in Ohio und Iowa, wo vor vier Jahren noch der Republikaner George W. Bush die Wahlmännersteimmen holte. Bislang konnte noch nie ein Republikaner ohne einen Sieg in Ohio die Präsidentschaftswahl gewinnen. McCain war vor allem im konservativen Süden der USA erfolgreich. Er gewann wie erwartet in Staaten wie Utah, Arkansas, Kansas, Kentucky und Tennessee.
Neuer Rekord bei Wahlbeteiligung
Bei der Wahl zeichnete sich eine Rekordbeteiligung ab. In zahlreichen Bundesstaaten gab es lange Schlangen vor den Wahllokalen. Die Behörden aus manchen Staaten meldeten eine Beteiligung zwischen 70 und 80 Prozent. Von den 213 Millionen Wahlberechtigten haben sich 187 Millionen für die Wahl registrieren lassen. Von ihnen machten rund 40 Millionen von der Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe Gebrauch. Trotz des Ansturms auf die Wahllokale wurden nur wenige technische Probleme bekannt. Vielfach war ein Wahlchaos wie vor acht Jahren in Florida befürchtet worden.
Demokraten erringen Mehrheit im Senat
Auch bei den Kongresswahlen konnten die Demokraten ihre Führung ausbauen. Im Senat erringt Obamas Partei die absolute Mehrheit. Bei der Wahl von 35 der 100 Sitze in dieser Parlamentskammer eroberten sie entscheidende Mandate, die bisher von den Republikanern gehalten wurden. Im bisherigen Senat hatten Demokraten und Republikaner jeweils 49 Sitze. Zwei Mandate wurden von parteilosen Politikern gehalten, die bei Abstimmungen meist auf Seiten der Demokraten waren.
(Quelle: t-online)
Die Wahl Barack Obamas zum neuen US-Präsidenten ist weltweit überwiegend auf Zustimmung gestoßen. Während in Obamas Heimatstadt Chicago und im Rest des Landes ausgelassen gefeiert wurde, gratulierten Staats- und Regierungschefs dem künftigen 44. Präsidenten der USA.
Bundespräsident Horst Köhler versicherte Obama die Freundschaft und Partnerschaft Deutschlands bei der Bewältigung der anstehenden Herausforderungen. "Deutschland und die USA sind durch gemeinsame Werte und Grundüberzeugungen fest miteinander verbunden", schrieb Köhler in einem Telegramm. "Das ist auch das Fundament für die enge Zusammenarbeit in unserer transatlantischen Gemeinschaft." Köhler ermunterte Obama in seinem Schreiben zu einer "kooperativen Weltpolitik". Deutschland stehe bereit, sich gemeinsam mit den USA dieser Aufgabe zu stellen.
Steinmeier ist erleichtert
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, er habe Obama als einen Mann kennengelernt, der Schwierigkeiten überwindet, der zusammenführt und der zuhören kann". Amerika habe den Wechsel gewählt, innen- wie außenpolitisch. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Regierung der USA".
US-Experte: "Faire und offene Zusammenarbeit"
Auch in mehreren Städten in Deutschland, allen voran Berlin, versammelten sich tausende Deutsche und Amerikaner gemeinsam, um in der Nacht die Wahlen zu verfolgen und am frühen Morgen Obamas Sieg zu bejubeln. "Es herrscht eine Begeisterung, die man einfach einmal hinnehmen kann," sagte der USA-Experte Simon Koschut von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin im Interview mit t-online.de. Die "Selbstheilungskräfte der amerikanischen Demokratie" hätten wieder einmal geholfen. Deutschland wolle mit den USA "eine faire und offene Zusammenarbeit und das ist jetzt möglich," so Koschut. Deutschland müsse den USA nun "ein Partner sein, der auf Amerika zugeht und auch Zugeständnisse macht."
Iraker rechnen nicht mit Truppenabzug
Die Regierung im Irak rechnet unterdessen nicht mit einem raschen Truppenabzug der USA unter Obama. Der Wahlsieg Obamas werde "keinen raschen amerikanischen Abzug mit sich bringen", sagte der irakische Außenminister Hoschjar Sebari. Er rechne in dieser Hinsicht nicht mit einem "abrupten politischen Wandel" in den USA. Obama hatte im Wahlkampf angekündigt, die US-Truppen im Irak innerhalb eines Zeitraums von 16 Monaten weitgehend abzuziehen.
Frankreich freut sich auf "gerechtere Welt"
Der französische Außenminister Bernard Kouchner kündigte voller Enthusiasmus eine neue europäisch-amerikanische Partnerschaft angekündigt. "Barack Obama braucht uns, Europa", sagte Kouchner im französischen Rundfunk. "Und Europa steht bereit für eine freundschaftliche Beziehung." Zuvor hatte Kouchner erklärt, die Welt brauche Obamas "Dynamik und Willen, eine stabilere, gerechtere und sicherere Welt zu schaffen".
Barroso hofft auf engere Verbindung
Sarkozy beglückwünschte Obama in einem Schreiben zu seinem "brillanten Sieg". "Ihre Wahl weckt in Frankreich, in Europa und darüber hinaus in der Welt gewaltige Hoffnung", schrieb Sarkozy. Großbritannien Premierminister Gordon Brown lobte Obamas "energiegeladene Politik, seine fortschrittlichen Werte und seine Visionen für die Zukunft". EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso äußerte mit Blick auf die weltweite Finanzkrise die Hoffnung, dass sich die USA unter der Führung Obamas mit Europa verbünden würden.
Obama "kein Protektionist"
Die Befürchtung, dass Obama die US-Wirtschaft abschotten würde, wies Kouchner zurück. "Ich habe nicht das Gefühl, dass er Protektionist ist. Ich glaube, die Beziehungen werden viel vertrauensvoller werden." Angesichts der Krisen müsse Obama "schnell, aber überlegt" handeln. "Obama wird der vernünftige Präsident Amerikas sein. Er wird nicht alles umstürzen, nein."
Gemischte Gefühle in Israel
Israel hofft nach dem Wahlsieg Obamas auf eine Fortsetzung der Sonderbeziehungen zwischen beiden Ländern. Israel erwarte, dass die enge strategische Partnerschaft mit dem künftigen Präsidenten, der neuen US-Regierung und dem Kongress fortgesetzt werde, heißt es in einer Erklärung von Außenministerin Zipi Livni. Livni bezeichnete die Wahl des ersten schwarzen US-Präsidenten als einen "Ehrenorden" für die Demokratie in den Vereinigten Staaten. Angesichts vieler Vorbehalte von Israelis gegen Obama sagte Livni, sie habe den Eindruck gewonnen, dass sich der neue Präsident der Sicherheit und dem Wohlergehen Israels verpflichtet fühle.
"Neue Perspektiven" für Moskau
Die russische Regierung nahm den Sieg Obamas mit Erleichterung auf. "Mit Obama tun sich im russisch-amerikanischen Dialog neue Perspektiven auf", sagte der stellvertretende Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im Föderationsrat, Wassili Lichatschow. Bei Themen wie der geplanten US-Raketenabwehr für Mitteleuropa und der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen bestehe Hoffnung auf einer bessere Zusammenarbeit. Unter dem bisherigen Präsidenten George W. Bush hatte sich das Verhältnis zwischen Moskau und Washington deutlich verschlechtert.
Reaktionen auch aus Asien
Auch aus Asien kamen Reaktionen: Der chinesische Präsident Hu Jintao erklärte, er hoffe in "dieser neuen historischen Phase" auf die unermüdliche Stärkung des Dialogs und des gegenseitigen Vertrauens. Japans Regierungschef Taro Aso kündigte an, sich für eine Stärkung der Allianz zwischen den USA und seinem Land einzusetzen.
Mehrzahl der Wahlmänner für Obama
Obama gewann nach dem neuesten Stand der Hochrechnungen mindestens 338 Wahlmännerstimmen in 27 Staaten. 270 von 538 Wahlmännern benötigte er, um zum Präsidenten gewählt zu werden. McCain gewann nach diesem Zwischenstand bisher lediglich 163 Stimmen. Knapper fiel das landesweite Stimmenverhältnis aus - hier erreichte Obama einen Anteil von 51 Prozent, McCain folgte mit 48 Prozent dicht dahinter.
"Der Wandel ist gekommen"
Obama trat kurz nach Bekanntgabe seines Sieges vor die Menge in Chicago. "Der Wandel ist nach Amerika gekommen", rief er ihnen zu. Die Wahl habe bewiesen, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika gebe, über alle sozialen und ethnischen Grenzen hinweg. Es sei "ein Beweis der Macht der Demokratie", sagte er strahlend und verwies auf die überwältigende Beteiligung aller Gruppen an der Wahl.
McCain gesteht Niederlage ein
Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hat seine Niederlage eingestanden. Vor Anhängern in Phoenix im Bundesstaat Arizona sagte McCain, er habe dem Wahlsieger Barack Obama gratuliert. "Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen", sagte er. "Der Fehler liegt bei mir, nicht bei Euch", rief er seinen enttäuschten Anhängern zu. Er forderte die Amerikaner auf die politischen Gegensätze zu überwinden. McCain sprach von einer historischen Wahl und einer besonderen Stunde für die Schwarzen in Amerika. Auch der scheidende US-Präsident George W. Bush gratulierte Obama zu seinem Sieg.
McCain bietet Zusammenarbeit an
Obama sagte in Chicago, er habe einen Anruf vom republikanischen Kandidaten John McCain bekommen und erklärte, er wolle nun mit seinem einstigen Rivalen zusammenarbeiten. Obama dankte seinen Freunden und Verwandten für ihre Unterstützung. Er betonte die großen Herausforderung, die auf die USA warteten. Amerika befinde sich in zwei Kriegen, es gebe die größte finanzielle Krise seit langer Zeit. Es müssten "neue Jobs geschaffen, Allianzen repariert werden". Dies werde seine Zeit dauern, "wir werden mehr als ein Jahr brauchen". Aber "wir werden es schaffen, das verspreche ich".
Amtsübergabe am 20. Januar
Obama und der designierte Vizepräsident Joe Biden werden am 20. Januar 2009 in Washington den Amtseid ablegen. Dann endet auch die achtjährige Regierungszeit des Republikaners George W. Bush. Obama sicherte sich zunächst die erwarteten Siege im Nordosten, einer traditionell liberalen Region, und im Mittleren Westen. Der Senator von Illinois gewann in seinem Heimatstaat und war auch in dem heftig umkämpften Pennsylvania erfolgreich. Dort hatte McCain einen besonders intensiven Wahlkampf geführt, um die erwarteten Verluste in anderen Staaten auszugleichen.
Obama gewinnt in ausreichend "Swing States"
Entscheidend für den Wahlerfolg waren Siege Obamas in den "Swing States" Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia. Der Kandidat der Demokraten sicherte sich zunächst die erwarteten Siege im Nordosten, einer traditionell liberalen Region, und im Mittleren Westen der USA. Der Senator von Illinois gewann in seinem Heimatstaat und war auch im heftig umkämpften Pennsylvania erfolgreich. Dort hatte McCain einen besonders intensiven Wahlkampf geführt, um die erwarteten Verluste in anderen Staaten auszugleichen. Auch in der Republikaner-Hochburg Virginia setzte er sich durch. Seit 1964 hatte hier kein demokratischer Präsidentschaftskandidat gewonnen.
McCain bleibt der Süden
Obama siegte auch in Ohio und Iowa, wo vor vier Jahren noch der Republikaner George W. Bush die Wahlmännersteimmen holte. Bislang konnte noch nie ein Republikaner ohne einen Sieg in Ohio die Präsidentschaftswahl gewinnen. McCain war vor allem im konservativen Süden der USA erfolgreich. Er gewann wie erwartet in Staaten wie Utah, Arkansas, Kansas, Kentucky und Tennessee.
Neuer Rekord bei Wahlbeteiligung
Bei der Wahl zeichnete sich eine Rekordbeteiligung ab. In zahlreichen Bundesstaaten gab es lange Schlangen vor den Wahllokalen. Die Behörden aus manchen Staaten meldeten eine Beteiligung zwischen 70 und 80 Prozent. Von den 213 Millionen Wahlberechtigten haben sich 187 Millionen für die Wahl registrieren lassen. Von ihnen machten rund 40 Millionen von der Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe Gebrauch. Trotz des Ansturms auf die Wahllokale wurden nur wenige technische Probleme bekannt. Vielfach war ein Wahlchaos wie vor acht Jahren in Florida befürchtet worden.
Demokraten erringen Mehrheit im Senat
Auch bei den Kongresswahlen konnten die Demokraten ihre Führung ausbauen. Im Senat erringt Obamas Partei die absolute Mehrheit. Bei der Wahl von 35 der 100 Sitze in dieser Parlamentskammer eroberten sie entscheidende Mandate, die bisher von den Republikanern gehalten wurden. Im bisherigen Senat hatten Demokraten und Republikaner jeweils 49 Sitze. Zwei Mandate wurden von parteilosen Politikern gehalten, die bei Abstimmungen meist auf Seiten der Demokraten waren.
(Quelle: t-online)
Dienstag, 4. November 2008
Der Holzklotz-Mord - Eine Chronik
Der Holzklotz-Mord - Eine Chronik
Der Mordprozess um den tödlichen Holzklotz-Wurf von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hat am Dienstag vor dem Landgericht Oldenburg begonnen. Angeklagt ist der 30-jährige Nikolai H. Hier eine Chronik des Falls:
23. März 2008: Gegen 20 Uhr wird ein sechs Kilo schwerer Holzklotz von einer Brücke im Norden der niedersächsischen Stadt Oldenburg auf die A29 geworfen. Er durchschlägt die Windschutzscheibe eines BMW und verletzt die 33 Jahre alte Olga K. auf dem Beifahrersitz tödlich. Alexander K. kann das Auto auf dem Seitenstreifen anhalten, aber seiner Frau nicht mehr helfen. Zeugen des Anschlags werden auch die siebenjährige Tochter und der neunjährige Sohn der Familie aus Telgte in Westfalen.
24. März: Die Polizei richtet die Sonderkommission „Brücke“ ein und ermittelt wegen Mordes.
25. März: Autofahrer wollen kurz vor dem Verbrechen eine Personengruppe auf der Brücke gesehen haben. Die Belohnung wird auf 6000 Euro verdoppelt. Die Polizei vernimmt Zeugen, die bei Osterfeuern in der Nähe des Tatorts waren.
27. März: Das Opfer wird im westfälischen Telgte beigesetzt
1. April: Die Polizei sucht mit Fahndungsplakaten nach einer Gruppe von vier bis fünf Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich vor der Tat auf der Brücke aufgehalten haben sollen
2. April: Die Bevölkerung wird in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ um Mithilfe gebeten. Mehr als 200 Hinweise gehen ein.
3. April: Die Polizei schließt einen Massen-Gentest nicht aus
5. April: Der 30-jährige drogensüchtige und arbeitslose Nikolai H. aus Rastede (Kreis Ammerland) meldet sich als Zeuge. Er sei mit dem Fahrrad auf dem Weg zu einem Dealer gewesen, habe den Holzklotz auf dem Radweg liegen sehen und ihn an die Seite gestellt. Deshalb seien seine Fingerabdrücke darauf. Diese waren bei der Polizei registriert, weil er vorbestraft ist.
11. April: Die Generalstaatsanwaltschaft kritisiert die Pressearbeit der Polizei. Sie sei überzogen und „schädlich für einen Ermittlungserfolg“.
20. Mai: Gegen Nikolai H. wird Haftbefehl erlassen; er lautet auf heimtückischen Mord und vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Nikolai H. hat die Tat gestanden.
9. Juni: Nikolai H. widerruft sein Geständnis. Seine Anwälte machen geltend, dass er bei der Vernehmung unter Entzugserscheinungen gelitten habe.
16. Juli: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr
4. November: Der Prozess beginnt vor dem Landgericht Oldenburg
Quelle. focus
Der Mordprozess um den tödlichen Holzklotz-Wurf von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hat am Dienstag vor dem Landgericht Oldenburg begonnen. Angeklagt ist der 30-jährige Nikolai H. Hier eine Chronik des Falls:
23. März 2008: Gegen 20 Uhr wird ein sechs Kilo schwerer Holzklotz von einer Brücke im Norden der niedersächsischen Stadt Oldenburg auf die A29 geworfen. Er durchschlägt die Windschutzscheibe eines BMW und verletzt die 33 Jahre alte Olga K. auf dem Beifahrersitz tödlich. Alexander K. kann das Auto auf dem Seitenstreifen anhalten, aber seiner Frau nicht mehr helfen. Zeugen des Anschlags werden auch die siebenjährige Tochter und der neunjährige Sohn der Familie aus Telgte in Westfalen.
24. März: Die Polizei richtet die Sonderkommission „Brücke“ ein und ermittelt wegen Mordes.
25. März: Autofahrer wollen kurz vor dem Verbrechen eine Personengruppe auf der Brücke gesehen haben. Die Belohnung wird auf 6000 Euro verdoppelt. Die Polizei vernimmt Zeugen, die bei Osterfeuern in der Nähe des Tatorts waren.
27. März: Das Opfer wird im westfälischen Telgte beigesetzt
1. April: Die Polizei sucht mit Fahndungsplakaten nach einer Gruppe von vier bis fünf Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich vor der Tat auf der Brücke aufgehalten haben sollen
2. April: Die Bevölkerung wird in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ um Mithilfe gebeten. Mehr als 200 Hinweise gehen ein.
3. April: Die Polizei schließt einen Massen-Gentest nicht aus
5. April: Der 30-jährige drogensüchtige und arbeitslose Nikolai H. aus Rastede (Kreis Ammerland) meldet sich als Zeuge. Er sei mit dem Fahrrad auf dem Weg zu einem Dealer gewesen, habe den Holzklotz auf dem Radweg liegen sehen und ihn an die Seite gestellt. Deshalb seien seine Fingerabdrücke darauf. Diese waren bei der Polizei registriert, weil er vorbestraft ist.
11. April: Die Generalstaatsanwaltschaft kritisiert die Pressearbeit der Polizei. Sie sei überzogen und „schädlich für einen Ermittlungserfolg“.
20. Mai: Gegen Nikolai H. wird Haftbefehl erlassen; er lautet auf heimtückischen Mord und vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Nikolai H. hat die Tat gestanden.
9. Juni: Nikolai H. widerruft sein Geständnis. Seine Anwälte machen geltend, dass er bei der Vernehmung unter Entzugserscheinungen gelitten habe.
16. Juli: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr
4. November: Der Prozess beginnt vor dem Landgericht Oldenburg
Quelle. focus
Montag, 3. November 2008
Internet - Jubiläum für Würmer
Internet - Jubiläum für Würmer
20 Jahre elektronische Plagegeister - 03.11.2008
Robert Tappan Morris, damals Student an der Cornell University, wollte am 2. November 1988 mit seinen inzwischen "Morris Worm" genannten Programm eigentlich nur die Größe des Internets herausfinden. Doch einmal aktiv, konnte der erste Internet-Wurm nicht mehr kontrolliert werden. Er legte mehr und mehr der damals ungefähr 60.000 Internet-Rechner lahm, die den Wurm immer weiter verbreiteten.
Morris erreichte unfreiwillig einen weiteren ersten Platz, als er 1990 der erste Angeklagte war, der nach dem "Computer Fraud and Abuse Act" verurteilt wurde. Seiner Karriere hat dies jedoch nicht geschadet, denn heute ist er Professor am bekannten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Würmer unterscheiden sich von Viren dadurch, dass sie die Verbindungen infizierter Rechner nutzen, um sich zu verbreiten, während Viren andere Programme infizieren und so ihren eigenen Code einschleusen.
(Quelle: gamepro)
20 Jahre elektronische Plagegeister - 03.11.2008
Robert Tappan Morris, damals Student an der Cornell University, wollte am 2. November 1988 mit seinen inzwischen "Morris Worm" genannten Programm eigentlich nur die Größe des Internets herausfinden. Doch einmal aktiv, konnte der erste Internet-Wurm nicht mehr kontrolliert werden. Er legte mehr und mehr der damals ungefähr 60.000 Internet-Rechner lahm, die den Wurm immer weiter verbreiteten.
Morris erreichte unfreiwillig einen weiteren ersten Platz, als er 1990 der erste Angeklagte war, der nach dem "Computer Fraud and Abuse Act" verurteilt wurde. Seiner Karriere hat dies jedoch nicht geschadet, denn heute ist er Professor am bekannten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Würmer unterscheiden sich von Viren dadurch, dass sie die Verbindungen infizierter Rechner nutzen, um sich zu verbreiten, während Viren andere Programme infizieren und so ihren eigenen Code einschleusen.
(Quelle: gamepro)
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